Cirque du Soil

Kurzbeschreibung - Stück-Informationen

Work in Progress Lecture Performance, Kompost Festival Münster, Juni 2022


Vom symbiotischen KopfÜberDenken in NaturKulturen
Post-anthropozentrischer Zirkus in urbanen Gärten

Mit poetischen, komischen, artistischen und interaktiven Szenen nehmen wir das Publikum auf eine Reise in den Mikrokosmos unserer Welt. Durch interaktive Elemente rund um eine vom Absturz bedrohte Trapezkünstlerin werden wir die Empathiefähigkeit des Publikums testen und steigern.
Wir bieten dem Mikrobiom eine Bühne, machen die Care-Arbeit von Gärtner*innen sichtbar, kompilieren "Best of Compost"-Geschichten mit Geräuschen der Gärten. Wir erschaffen durch Trapez-Choreographien und Luftartistik einen neuen Blick auf den Boden und unsere Welt. Den Abschluss bildet eine Zelebrierung der Gärtner*innen und ihrer heldenhaften Arbeit, die in in einer feierlichen Prozession zu ihren Kompostmieten endet.

 

Versionen

3,5-stündiges immersives Gesamtkunstwerk
Open Air in urbanen Gemeinschaftsgärten

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zum künstlerischen Prozess

Work in Progress, Kompost Festival Münster 2022, Jana Korb und Ella von der Haide

Wir fordern: Liebt das Mikrobiom!

Stellt Euch vor: Ihr betretet einen urbanen Garten. Es riecht nach Erde. Zwischen den Hochbeeten seht ihr eine sieben Meter hohe Holzkonstruktion aus Kiefernstämmen. Daran hängen flechtenartige Netze, Pilz-Myzele und Wurzeln. Artist*innen und Gärtner*innen bewegen sich darin, darunter und darauf, umgeben von Humus und Kompost. Die Insekten summen. Das Publikum wird eingeladen, sich hinein zu begeben, zu experimentieren, zu kosten und zu fühlen. Es verbindet sich mit dem Boden und wird mit dem Mikrobiom im Kompost konfrontiert.

Wir lieben das Mikrobiom!
Dieser verstörenden Zeit, in der die Welt aus allen Richtungen auf die Katastrophe zusteuert, setzen wir empathisches Handeln, symbiotisches Denken sowie queere Liebe über die Spezien hinweg entgegen.

Wir wollen die Welt auf den Kopf stellen und vom Himmel hängend mit dem Kopf der Erde näher sein, um mit Euch in einer alternativen Weltsicht zu schwelgen. Dazu nutzen wir die Mechanismen und Elemente des Zirkus, denn im Zirkus wird mitgefiebert und mitgelitten – geliebt. Das Spektakel ergreift die Zuschauer*innen. Wir machen uns Eure Ergriffenheit zu nutzen. Dabei werden wir auch dem Mikrobiom eine Bühne bieten und die Care-Arbeit der Gärtner*innen und Kompostierer*innen sichtbar machen.

Es geht um nicht weniger als eine Anerkennung der Produktivität der Verwesung und des Zerfalls. Ein Blick auf die eigene Vergänglichkeit und das Abstandnehmen vom Glauben, dass wir alleine jemals etwas schaffen können. Nur mit dem Mikrobiom kommen wir weiter. Denn Mikroben können uns retten.
Bakterien, Viren und Pilze sind symbiotische Held*innen, die wir so dringend brauchen. Kleinstlebewesen haben die Macht, CO2 in der Erde zu speichern, Humus und Sauerstoff zu erzeugen und uns Menschen zu ernähren. Sie sind Vorbilder für ein alternatives Weltverständnis jenseits von ausbeuterischer Heteronormativität.

Wir verorten unser post-anthropozentisches Spiel in urbanen Gemeinschaftsgärten.
Denn für uns ist Kompostierung in Gemeinschaftsgärten bereits eine Praxis des „Richtigen im Falschen“. In den Kompostmieten wird das Mikrobiom gepflegt und umsorgt, gefüttert und veredelt.

Queer Love for the Microbiome! ist post-anthropozentrischer Zirkus.
Ein 3,5-stündiges immersives Gesamtkunstwerk nach dem Vorbild des amerikanischen Zirkus mit Side-Shows, Spektakel, Luftartistik, Zauber, Mitmachstationen und Raubtierfütterung. Eine multisensorische Show, die in ein gemeinsames Festmahl mündet.

Wir lieben das queere Mikrobiom!

Tattoo-Station, Work in Progress, Kompost Festival Münster, Juni 2022

Versuchsaufbau nachhaltiges Trapezgerüst, Steigemühle, November 2022

Work in Progress, Empathie-Übung, Kompost Festival Münster, Juni 2022

Versuchsaufbau nachhaltiges Trapezgerüst, Steigemühle, November 2022

Versuchsaufbau nachhaltiges Trapezgerüst, Steigemühle, November 2022

Versuchsaufbau nachhaltiges Trapezgerüst, Steigemühle, November 2022

Inszenierung – ein Fest für das Mikrobiom

Wir laden unser Publikum zu einem 3,5-stündigen immersiven Gesamtkunstwerk ein, das wie beim amerikanischen Zirkus lange vor der eigentlichen Show beginnt.

0. Zine
Am Eingang erhalten die Zuschauer*innen ein Zine als Reiseführer in die Welt des Mikrobioms. Das Zine ist Programmheft, Vorlage für den Tattoo-Workshop sowie Nachschlagewerk für Kompost-Theorien und queeres Gärtnern in einem. Außerdem werden künstlerische Arbeiten als Poster im Zine gefeatured.

1. Side Shows (ca. 45min)
Vor Beginn der Performance-Show gibt es verschiedene Stationen, Labore und Workshops:
– Choreografierter, gemeinsamer Gerüstaufbau aus Kiefernstämmen für die luftartistischen Szenen. Die Teilnehmer*innen bekommen spielerische Einblicke in Verwendung von nachhaltigen Baumaterialen, physikalische Hebelkräfte, Knotenkunde u.ä.
– Bodenlabor: Mit allen Sinnen lernen die Gäste in verschiedenen Experimenten den Humus des Gartens kennen.
– Bodenturnen: Kollektives Zirkustraining für Nicht-Athlet*innen, um der Erde näher zu kommen.

2. Performance-Show (ca. 60min)
Mit poetischen, komischen, artistischen und interaktiven Szenen nehmen wir das Publikum auf eine Reise in den Mikrokosmos unserer Welt. Durch interaktive Elemente rund um eine vom Absturz bedrohte Trapezkünstlerin werden wir die Empathiefähigkeit des Publikums testen und steigern.
Wir bieten dem Mikrobiom eine Bühne, machen die Care-Arbeit von Gärtner*innen sichtbar, kompilieren "Best of Compost"-Geschichten mit Geräuschen der Gärten. Wir erschaffen durch Trapez-Choreographien und Luftartistik einen neuen Blick auf den Boden und unsere Welt. Den Abschluss bildet eine Zelebrierung der Gärtner*innen und ihrer heldenhaften Arbeit, die in in einer feierlichen Prozession zu ihren Kompostmieten endet.

3. Side-Shows (ca. 45min)
– Tattoo-Station: nach der Inszenierung können sich Gäste gegenseitig zur Ehrung des Mikrobioms temporäre Mikroben-Tattoos machen (Vorlagen im Zine)
– Bodenlabor, (wie Side-Shows im ersten Teil )
– Kompost-Workshop mit lokalen Gärtner*innen: es gibt verschiedene Theorien, was die beste Methode des Kompostierens ist. Wir widmen uns auch beim Kompostieren der Nachhaltigkeit und Niedrigschwelligkeit.
– fakultativ: weitere Workshops mit Expert*innen (z.B. zu Fermentierung, Mikrobiologie, Queerness, zeitgenössischen Zirkustechniken)

4. Raubtierfütterung (ca. 60min mit open end)
Wir alle gemeinsam, als Menschen, das gefährlichstes Raubtier der Erde, werden gefüttert.
Die Mahlzeit besteht aus mikrobiell fermentierten Speisen, auch Gartenprodukte werden verkostet. Beim gemeinsamen Essen kann das Publikum ins direkte Gespräch mit den Künstler*innen eintauchen und visionäre Strategien zur Rettung der Welt entwickeln.

Spielort – urbane Gemeinschaftsgärten

Wir kreieren ein Stück für die Bühne der urbanen Gärten, denn die Liebe für das Mikrobiom kann nur in einem vom Mikrobiom geprägten Raum erlebt werden.
Wir errichten eine luftartistische Bühne aus Kiefernstämmen mit mehreren Seilen, Trapezen und Hängepunkten, an, auf und unter denen wir spielen, umgeben von Erde, Humus und Kompost als Ausstattung und Teil des Bühnenbilds.
Hier und an besonderen Orten im Garten finden die Labore in Experimentierstationen statt.
Auch das gemeinsame Essen wird an einer Tafel im Garten serviert.

Publikum – Gärtner*innen und ihre Gäste

Urbane Gärten sind Allmenden, Commons, halböffentliche Räume, in denen Gärtner*innen als Gastgeber*innen und Gäste gleichermaßen fungieren. Mit Queer Love for the Microbiom! laden wir die Gärtner*innen ein, ihren Garten und ihr eigenes Schaffen zu feiern, zu reflektieren und den Zuschauer*innen zu präsentieren.
Darüber hinaus laden wir Menschen aus der unmittelbaren und weiteren Umgebung der jeweiligen Gärten ein, und generieren somit Publikum, das sich vielleicht noch nicht mit dem Mikrobiom beschäftigt hat – verbinden kulturell interessierte Menschen mit Gartenliebhaber*innen.
Angesichts der gängigen Größe urbaner Gärten rechnen wir mit ca. 100 Gästen/Zuschauenden/Teilnehmer*innen.

Darsteller*innen

4 Performer*innen mit dem Hintergrund Physical Theater und Schauspiel
2 davon sind Luftartistinnen
Außerdem spielen 2-3 der gastgebenden Gärtner*innen in einzelnen Szenen mit.

Credits

Post-anthropozentrischer Zirkus

Spiel und Artistik: Jana Korb, Gabriela Schwab, Hoppe Hoppinsky, Ella von der Haide

Konzept, Idee, künstlerische Leitung: Jana Korb und Ella von der Haide
Bühne: Philipp Bauer
Gestaltung: Tobias Stiefel
Musik und Sound: Gisbert Schürig

Produktion: korb + stiefel
Mitarbeit in der Produktion: Kordula Lobeck de Fabris, Eva-Maria Weigell

 

Dank an Armin und Alexandra Sommer (Steigemühle), Britta Meier, Manuel Wagner, Frank Kraft, Miriam Flick, Oskar und vielen anderen großen, kleinen und kleinsten Lebewesen.

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

Gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt.
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