Magdalena Project

Das Projekt

Das Magdalena Project, ist ein lebendiges interkulturelles Netzwerk, das eine Plattform für Frauen in den Darstellenden Künsten, ein Forum für kritische Debatten sowie eine Quelle für Hilfe, Inspiration und Performance Ausbildung bietet.

Es fungiert als zentrales Bindeglied für verschiedene Kompanien, Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, deren gemeinsames Interesse darin liegt, sich für die Sichtbarmachung und Sichtbarkeit des künstlerischen Schaffens von Frauen im Bereich der Darstellenden Künste zu engagieren. Durch dieses Netzwerk haben isoliert arbeitende Akteurinnen weltweit eine angemessen kritische Anerkennung ihrer Arbeit gefunden.

Festivals, Arbeitstreffen, Vorträge, Workshops, Produktionen, Dokumentationen, Bücher, Filme, die Herausgabe eines Newsletter, eine jährlich erscheinende Theaterzeitschrift (The Open Page) und auch diese Webseite sind die Mittel, die die kulturübergreifenden Verbindungen ermöglichen. Weit über 100 dokumentierte Arbeitstreffen, die in Wales beginnend sich inzwischen über Europa, die amerikanischen und australasiatischen Kontinente ausgebreitet haben, zeugen von der globalen Präsenz des Magdalena Project. Veröffentlichungen und weltweites akademisches Interesse zeigen außerdem, welch hoher Stellenwert den Aktivitäten im internationalen Kontext der Darstellenden Künste zuerkannt wird.

 

Magdalena Project, Book of Space Research, Foto: Suzon Fuks

Magdalena Project, Book of Space Research, Foto: Suzon Fuks

 

Magdalena Project, Transit Festival, Foto: Rina Skeel

Magdalena Project, Transit Festival, Foto: Rina Skeel

 

Ziele

Falls es ein übergeordnetes Ziel zu formulieren gälte, dann wäre das die Entwicklung künstlerischer und ökonomischer Rahmenbedingungen sowie unterstützender Netzwerke, die die Arbeit von Frauen in den Darstellenden Künsten ermöglichen.

Konkret hat sich das Magdalena Project zum Ziel gesetzt:

  • die Wahrnehmung der Beteiligung von Frauen am zeitgenössischen Theater zu vergrößern
  • Frauen dazu zu befähigen, neue Herangehensweisen in der Theaterarbeit zu erforschen, die nachhaltiger ihre eigenen Erfahrungen widerspiegeln
  • Foren und Öffentlichkeiten zu schaffen, die den Belangen von Frauen, die im Theaterbereich arbeiten, eine Stimme geben
  • Frauen zu ermutigen, ihre Rolle im Theater der Zukunft zu untersuchen
  • sowie existierende Strukturen in Frage zu stellen

Die "Magdalenas" versuchen diese Ziele umzusetzen, indem sie Gelegenheiten und Möglichkeiten für Frauen schaffen

  • miteinander zu arbeiten
  • sich über ihre Arbeit auszutauschen und diese durch Performance Plattformen, Festivals, pädagogische Aktivitäten, Workshops, Kooperationsprojekte, Publikationen, Konferenzen etc. weiter zu entwickeln und zu verbreiten
  • einen rationalen und sachlichen Umgang mit Dokumentation und der Verbreitung von Informationen zu pflegen
  • eine flexible und lebendige Struktur zu pflegen, die der Erweiterung des wachsenden Netzwerks dient

Entstehung

Die Idee des Magdalena Project entstand 1983 in einem Café in Trevignano, in Italien. Im August 1986 trafen sich dann anlässlich von "MAGDALENA '86 - The First International Festival of Women in Contemporary Theatre" 38 professionelle Theatermacherinnen aus 15 verschiedenen Ländern in Cardiff, Wales.

Zwischen 1986 und 1999 war das Projekt in Cardiff/Wales situiert, unter der künstlerischen Leitung von Jill Greenhalgh. Hunderte unabhängiger Künstlerinnen aus fünf Kontinenten zeigten in dieser Zeit ihre Stücke und tauschten sich über ihre Arbeitsweisen aus. Damals entwickelte das Projekt seine einzigartige horizontale Struktur, die es ermöglichte, international zu funktionieren.

Der Name des Magdalena Project kann von Theaterfrauen der ganzen Welt übernommen werden - wodurch sich die Geschichte des Projekts ständig erweitert.